Habe ich als Kind mal frische Feigen gesehen? Ich erinnere mich nicht. Vielleicht gab es sie auch gar nicht. Oder sie waren so selten, dass ich sie als unbekanntes Obst nicht schätzen lernen konnte. Meine einzige Erinnerung an Feigen waren diese weichen, sehr süßen, getrockneten Feigen. Für die konnte ich mich gar nicht begeistern. Und jetzt? Jetzt warte ich jeden Sommer darauf, dass die Feigensaison beginnt, um endlich wieder diesen Nachtisch zu machen.
Mein Verhältnis zu Feigen hat sich geändert als ich zum ersten Mal unter einem Feigenbaum gegessen habe. Ich habe ein Praktikum in einem Architekturbüro gemacht, dass in einem Gewächshaus untergebracht war. Die Arbeitsplätze im Inneren waren kleine Inseln in einem Urwald. Und über den Esstisch der kleinen Küche ragte ein Feigenbaum. Am Ende des Sommers ging der Griff wie selbstverständlich nach oben, um zum Nachtisch eine frische Feige zu essen.
Auf dieses Rezept bin ich irgendwann einmal gestoßen als ich in einem Buchladen Kochbücher durchgeblättert habe. Wenn ich mich richtig erinnere ging es um Rezepte verschiedener Spitzenköche. An diesem bin ich hängen geblieben. Ich weiß noch, dass es von einer Köchin war – mehr nicht. Kaufen wollte ich das Buch nicht. Mein Regal war ohnehin schon überfüllt. Aber das Rezept war so einfach und genial, dass ich es mir gemerkt habe. Es ist sogar so einfach, dass ich es bis heute nicht aufgeschrieben habe.
Der Clou dabei ist, dass der Blätterteig zuerst auf den Früchten liegt. So kann er viel besser aufgehen. Gleichzeitig bedeckt er Früchte, Portwein und Zucker, so dass eine karamellisierte Fruchtsauce entsteht. Mit den kleinen Kernen der Feige bildet sich eine wunderbar fruchtige und gleichzeitig knuspernde, heiße Soße für den Nachtisch. Das kalte, cremige Eis ist dazu ein perfektes Pendant.






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