Struwen? Noch nie gehört!? – Das ist auch kein Wunder. Sie kommen aus dem Münsterland. Struwen sind kleine, goldbraune Hefeteilchen aus der Pfanne und werden traditionell am Karfreitag gegessen.
Der Karfreitag, der vorletzte Fastentag vor Ostern, ist in der katholischen Kirche ein strenger Fastentag. Ich weiß nicht, wie sich die normalen Fastentage von den strengen unterscheiden … aber im katholisch geprägten Münsterland scheinen die Struwen eine kreative Lösung zu sein, um die Fastenregeln zu erfüllen und trotzdem lecker zu essen. Aufgrund der Hefe kommt der Teig mit wenig Zucker aus. Und mit den Rosinen und dem fluffigen Teig, sind es dann letztlich doch kleine Süßigkeiten. In der Familie meines Vaters treffen sich die Geschwister jedes Jahr, um gemeinsam Struwen zu machen und zu essen. Wir haben sie früher auch zu Hause gegessen aber mir waren sie in Vergessenheit geraten.
Ein Freund der ebenfalls aus dem Münsterland stammt, hat mich dann an sie erinnert. An einem Karfreitag stand er mit einem großen Teller frischer Struwen vor der Tür. Seitdem habe ich sie neu entdeckt. Und weil ich Hefeteilchen jedem Tortenstück vorziehe und der Struwenteig sehr einfach und unempfindlich ist, mache ich sie regelmäßig und auf Vorrat.
So lecker Hefegebäck ist, meist hat es einen Nachteil: richtig gut schmeckt es nur frisch. Struwen sind da im Vorteil. Ich friere einen Vorrat ein und nehme dann zum Kaffee ein paar aus dem großen Sack im Gefrierfach, stecke sie in den Toaster – et voilà! – fertig.









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